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Premiere: Cologne Fine Art – Arbeiten auf Papier

In Deutschland gibt es bisher keine mit dem Pariser Salon du Dessin,
der Londoner Drawing Week und der Print Fair New York vergleichbare
Veranstaltungen für Arbeiten auf Papier, obwohl gerade hier exzellente
Sammlungen in öffentlicher und privater Hand existieren. Das Rheinland
als wieder erstarkter Ort einer Gemeinschaft von Galerien,
Sammlern, Museen und Messen erscheint uns als genau der richtige
Platz für eine solche Veranstaltung, die an Stelle der Strahlkraft der
großen Metropolen die Tradition eines einzigartigen Kunsthandelszentrums
setzen kann. Dazu bietet sich mit der Cologne Fine Art &
Antiques ein Messekontext mit erfolgversprechenden Synergien.

Über das Sammeln von Zeichnungen
Von Siegfried Gohr

Die ersten Sammler von Zeichnungen waren die Künstler selbst. Denn
sie verwahrten Entwürfe oder Kompositionsstudien als Vorlagen für
den Gebrauch in ihrer Werkstatt. Sicher dienten manche Blätter auch
den Gesprächen mit Auftraggebern oder als Vorlagen für die graphische
Reproduktion. Seit der Renaissance wurde der Kunstwert der
Zeichnung sehr hoch eingeschätzt, was nirgendwo so entschieden
dargelegt wurde, wie in Leonardo da Vincis Traktat über die Malerei.
„Zeichnen ist Wissenschaft“ – also der Schlüssel zur Erkenntnis der
Welt. Schon während der Lebzeit der großen Meister der Renaissance,
vor allem jedoch seit dem 17. Jahrhundert wurden die ersten großen
Zeichnungssammlungen angelegt. Vor allem Kaiser, Könige, hohe
Geistliche, Gelehrte, aber auch reiche Handelsherren brachten tausende
von Zeichnungen in ihren Besitz. Es blühte ein europaweiter Handel
mit bedeutenden Konvoluten, die manchmal auch in öffentlichen Besitz
übergingen und Grundlage für die großen Kabinette wurden, die zuerst
vor allem in Frankreich und England entstanden. Eine herausragende
Figur des 17. Jahrhunderts war ein Kölner: Eberhard Jabach, ein Unternehmer,
der zwischenzeitlich in finanzielle Schwierigkeiten geriet.
1671 verkaufte er seine Sammlung von mehreren tausend Blättern dem
König von Frankreich, woraus das „Cabinet des dessins“ entstand, heute
Teil des Louvre.

Bei allem historischen Wandel bis heute hat das Sammeln von Papierarbeiten
eine Faszination. Wie schon in der Renaissance kann der
Sammler besonders von der Idee begeistert sein, mit der Zeichnung
Zeuge der schöpferischen Inspiration eines Künstlers zu sein.
Seit der Moderne stehen deshalb viele Blätter gleichberechtigt neben
ausgeführten Arbeiten; denn der Künstler suchte gerade das Spontane,
die Schnelligkeit, die Unmittelbarkeit der Mitteilung sichtbar zu
machen. Oder es wurde eine Idee, konstruktiv oder konzeptuell, formuliert,
um für eine Installation oder eine Performance zu dienen.
Nach wie vor faszinierten die Meisterblätter, wo sich die Summe eines
künstlerischen Denkens und der zeichnerischen Fähigkeiten zu erkennen
gab. Kein bedeutendes Museum kann darauf verzichten, seine Zeichnungssammlung
zu pflegen, auszubauen und mit faszinierenden
Schwerpunkten zu versehen. Hierzu gehört eine Kennerschaft, die zu
erwerben und einzusetzen auch jedem privaten Sammler möglich ist.
Aber die Spontaneität, eine Mitgift des Zeichnens, kann ebenso gut
zum Leitfaden des Sammelns werden, so dass etwas sehr Persönliches
aus verschiedenen Quellen zusammenwächst. Wer Papierarbeiten
sammelt, muss zum Entdecker werden. Und über kurz oder lang wird
er im Spiegel seiner Sammlung ein Bildnis seiner selbst erblicken.

Ausstellerverzeichnis

Das Ausstellerverzeichnis zur Cologne Fine Art - Arbeiten auf Papier 2011 können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Ausstellerverzeichnis Arbeiten auf Papier